Handel
Neue US-Abgaben: Was genau sind Zölle?
- Veröffentlicht: 03.04.2025
- 14:36 Uhr
- Michael Reimers
Das "goldene Zeitalter" der USA komme zurück, sagt Donald Trump und treibt seine Zollpolitik auf die Spitze. Doch wie funktionieren die Abgaben genau?
Das Wichtigste in Kürze
Es gibt Zölle für die Einfuhr, Ausfuhr und die Durchfuhr von Waren.
Es gilt als wahrscheinlich, dass die Unternehmen die Kosten der neuen US-Importzölle an die Verbraucher:innen weitergeben.
Die US-Regierung hat für jedes Land einen Prozentsatz ermittelt, der sowohl Zölle als auch andere Handelshemmnisse abbilden soll.
Zoll muss für die Einfuhr, Ausfuhr oder die Durchfuhr von Waren bezahlt werden. Er funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Es ist eine Abgabe an den Staat, die beim Übergang über die Zollgrenze eines Landes oder eines Zollgebietes zu entrichten ist, heißt es im Lexikon der Wirtschaft. Es ist somit eine indirekte Steuer wie die Umsatzsteuer, die aber nur bei importierten Gütern gilt.
Die Abgabe muss vom importierenden Unternehmen gezahlt werden - in diesem Fall also von Firmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Unternehmen die höheren Kosten nicht einfach selbst tragen, sondern an die Verbraucher:innen weitergeben. So steigen die Preise, die Inflation könnte wieder angeheizt werden. Das Ziel von US-Präsident Donald Trump ist, US-Firmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA stärken.
Ausfuhrzölle sollen dagegen dafür sorgen, dass bestimmte Waren und Güter im Land verbleiben. Durchgangszölle sind beispielsweise Transitgebühren für Öl oder Gas, das in einer Pipeline transportiert wird. Sie werden erhoben, wenn Produkte ein Land nur durchqueren und nicht dort verkauft oder verbraucht werden.
Neuer Prozentsatz soll auch andere Handelshemmnisse abbilden
Trump will mit Zöllen Handelsungleichgewichte korrigieren und mehr Produktion in die USA verlagern. So sorgen Zölle nicht nur als Instrument der Einnahmebeschaffung für den Staat, die beeinflussen auch die Wirtschaftsstruktur, um die inländischen Anbieter vor der Auslandskonkurrenz zu schützen. Die Amerikaner sprechen von einem Prinzip der Gegenseitigkeit. Ihre Argumentation: Viele Länder erschwerten den Import von US-Produkten, das könne man sich nicht länger bieten lassen. Laut "tagesschau.de" kam das ifo-Institut 2018 zu dem Ergebnis, dass die EU tatsächlich tendenziell protektionistischer sei als die USA, da sie durchschnittlich höhere Zölle auf US-Waren erhebt als umgekehrt. In der Summe gingen aber höhere Zollzahlungen aus der EU in die USA als umgekehrt, weil deutlich mehr in die USA exportiert werde.
Washington bezieht bei seinen neuen Abgaben aber nicht nur Zölle, sondern auch Handelshemmnisse wie Subventionen, strenge Einfuhrvorgaben, Diebstahl geistigen Eigentums und Währungsmanipulation in ihre Kalkulation mit ein. Die US-Regierung hat für jedes Land einen Prozentsatz ermittelt, der sowohl Zölle als auch diese anderen Handelshemmnisse abbilden soll. Daraus leitet sich dann der entsprechende Zoll auf Importe aus diesen Ländern ab.
Zölle dienen dem Republikaner auch als Druckmittel, um in Verhandlungen mit anderen Ländern politische Ziele durchzusetzen.
- Verwendete Quellen:
- bpb.de: Lexikon der Wirtschaft - Zoll
- Nachrichtenagentur dpa
- tagesschau.de: Schutzwall oder Wohlstandsräuber?